irrlicht-larpt Tunika fürs LARP nähen
Bastelecke

Eine Tunika fürs LARP selbst nähen – in 6 Schritten

Letztes Wochenende stand bei mir Basteln auf der To-Do-Liste. Gemeinsam mit dem lieben Arne habe ich eine Tunika fürs LARP genäht. Er hat zwar schon eine gekaufte, aber da diese aus sehr dickem Wollstoff besteht, ist sie leider viel zu warm für den Sommer.

Was braucht man alles für eine selbstgenähte Tunika?

  • Ein Schnittmuster oder ein anderes Kleidungsstück, von dem man den Schnitt kopieren kann
  • etwa 200 cm Stoff bei 150 cm Breite und farblich passendes Garn
    (bei einer Körpergröße von 1,75m und schlankem Körperbau)
  • Schneiderkreide
  • Stoffschere
  • Maßband
  • Stecknadeln
  • Zeitungspapier, Stift und eine Haushaltsschere
  • Nähmaschine mit Universalnadeln oder eine Handnähnadel
  • etwa 3 – 4 Stunden Zeit (wenn du per Hand nähst, entsprechend länger)
  • Motivation – oder in unserem Fall Zeitdruck, da wir rechtzeitig zum abendlichen Grillen fertig sein wollten 😀

1. Stoff vorbereiten

Um zu verhindern, dass das fertige Kleidungsstück beim ersten Waschen einläuft habe ich bereits einige Zeit vorher den Stoff in der Waschmaschine vorgewaschen.

Eigentlich hätte ich ihn anschließend auch noch bügeln sollen, aber ich bin was Bügeln angeht leider ziemlich faul… und es geht auch so 😀 (An dieser Stelle einen Gruß an meine Mama, die wahrscheinlich lacht, wenn sie das liest)

irrlicht-larpt Leinenstoff vorgewaschen, Tunika fürs LARP

2. Schnitt übertragen

Für diesen Zweck haben wir einfach eine andere Tunika auf den Stoff gelegt und mit Schneiderkreide die Kanten nachgezeichnet. In diesem Fall war es besonders einfach, da man von unserem Musterstück die Ärmel abnehmen kann.

Da wir im Garten gearbeitet haben, war der Wind unser Feind. Um zu vermeiden dass die Stoffe verrutschen, liegen Kästchen mit Nähutensilien als Beschwerung darauf.

 

Beim Anzeichnen ist es wichtig rundherum genügend Platz für die Nahtzugabe frei zu lassen. Das sollten etwa 1,5 – 2 cm sein.

 

Wenn bei deinem Muster die Ärmel nicht abzunehmen sind, kannst du einfach die Ärmel vorsichtig, ohne das der Teil für den Oberkörper verrutscht, anheben und den Armausschnitt Stück für Stück aufmalen.

irrlicht-larpt Schnitt aufmalen, Tunika fürs LARP
irrlicht-larpt Schnitt aufgemalt, Tunika fürs LARP

Der Halsausschnitt war etwas kniffliger, da dieser tiefer sitzt als der Rückenausschnitt. Hier haben wir einfach die Kontur mit Zeitungspapier abgepaust, ausgeschnitten und anschließend auf das Stoffstück für die Vorderseite übertragen.

irrlicht-larpt Ausschnitt abpausen, Tunika fürs LARP

Damit beide Seiten auch wirklich symmetrisch werden, haben wir das Zeitungspapier in der Mitte gefalltet und beide Seiten einzeln aufgemalt.

irrlicht-larpt Ausschnitt auf Stoff übertragen, Tunika fürs LARP

Danach kamen die Ärmel. Um eine Naht zu sparen, haben wir hier einfach die Seite die am Ende auf der Schulter oben liegt, als Symmetrieachse verwendet.

irrlicht-larpt Ärmel aufmalen, Tunika fürs LARP

3. Ausschneiden

Beim Ausschneiden der Stoffteile muss die Nahtzugabe stehen bleiben. Wir haben also etwa 1,5 – 2 cm Abstand zu der aufgemalten Linie behalten.

 

Nach dem Ausschneiden hatten wir dann vier Teile. Einmal Oberkörper vorne, Oberkörper hinten und zwei Ärmel.

irrlicht-larpt Schnittteile ausschneiden, Tunika fürs LARP
irrlicht-larpt Schnitt Torso, Tunika fürs LARP
irrlicht-larpt Schnitt Ärmel, Tunika fürs LARP

4. Kanten versäubern

Um zu verhindern, dass der Stoff sich an der Schnittkante aufdröselt, müssen die Kanten versäubert werden. Dafür nähen wir einfach mit einem Zick-Zack-Stich nahe der Kante einmal um alle Teile herum.

irrlicht-larpt Kanten versäubern

5. Mit Stecknadeln zusammenheften und von oben nach unten zusammennähen

Nachdem alle Teile versäubert waren, haben wir die Schultern mit Stecknadeln zusammengeheftet und endlich die erste RICHTIGE Naht gesetzt. Auf dem Bild erkennt man noch leicht wo der Ausschnitt angezeichnet ist.

irrlicht-larpt Schulter zusammenstecken

Als diese Naht fertig war, kamen dann die Ärmel. Diese wurden erst auf der einen Seite von der Schultermitte bis zur Achselmitte und dann von der anderen Seite befestigt.

 

Ich versuche das mal zu zeichnen, da ich leider vergessen habe ein Bild zu machen. Der rote Punkt steht für die erste Nadel. Die grünen werden danach von oben nach unten gesteckt. Die Ärmel selbst bleiben vorerst auf der Unterseite offen.

irrlicht-larpt Schulter stecken

Nachdem die Ärmel ebenfalls angenäht waren, folgte die erste Anprobe. Der Moment der Wahrheit quasi 😀

 

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Schultern und die oberen Kanten der Ärmel angenäht. Die Seiten und Ärmellängen sind noch offen. Sieht so langsam schon aus, wie eine Tunika fürs LARP, oder?

irrlicht-larpt erste Anprobe, Tunika fürs LARP

Da die Schulterpartie gut gepasst hat, folgten danach direkt die Seiten und Ärmel.

irrlicht-larpt Tunika fürs LARP nähen

6. Kanten umsäumen

Zum Schluss fehlten nur noch die Säume am Kragen, Handgelenk und Hüfte. Möglicherweise hatte es etwas mit den Schokotörtchen zu tun, die wir zwischendurch zur Stärkung verputzt haben, aber auch hier habe ich leider vergessen ein Bild zu machen.

 

Von links nach rechts:

Die Nahtzugabe wird einmal zur aufgemalten Linie eingeklappt und danach nochmal darüber hinaus. Die aufgemalte Linie sollte zum Schluss genau auf der äußeren Kante liegen. Dann wird alles mit Stecknadeln befestigt und anschließend festgenäht.

irrlicht-larpt Kanten umsäumen

7. Fertig ist die Tunika fürs LARP

Nachdem die Kanten umsäumt waren, haben wir direkt noch ein kleines Fotoshooting mit der fertigen Tunika fürs LARP gemacht. Ich finde, das Teil kann sich wirklich sehen lassen!

irrlicht-larpt Tunika fürs LARP fertig

Wo bekomme ich Schnittmuster her?

Im Internet findet sich eine rießige Bandbreite an kostenlosen und kostenpflichtigen Schnittmustern. Ich persönlich mache meine Schnittmuster eigentlich immer selbst, aber ich weiß wie abschreckend das besonders für Anfänger sein kann.

 

Der liebe Tasos vom Drachenboten hat sich die Mühe gemacht und rund 90 verschiedene Schnittmuster zusammengetragen. Zu finden unter Schnittmuster für Mittelalter und Gewandung.

Noch ein Tipp für Bügelfaule, wie mich

Ich geb’s ja zu, ganz ohne Bügeln geht’s halt leider doch nicht immer. (Mama hat ja recht… 😀 )

 

Aber das heißt noch lange nicht, dass man das Bügeleisen schwingen muss. Kleine Falten am Rand lassen sich auch hervorragend mit einem Glätteisen für Haare “rausbügeln”.

 

Ich stelle die Temperatur meistens auf 170° ein. Je nach Stoff muss man da allerdings etwas herumprobieren.

irrlicht-larpt Bügeltipp

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